SEO Anleitung für WordPress (ohne Plugins)

WordPress ist schon von Haus aus gut dafür eingestellt, von Suchmaschinen gefunden zu werden. Das Standard Theme sowie die meisten kostenlosen Templates, besteht aus sauberen, gut für Maschinen lesbaren Code. Durch wenige Handgriffe im Theme, kannst Du Deinen Blog optimal für Suchmaschinen einrichten.

Den Title-Tag optimieren

Der Title-Tag, in der header.php, ist für die Suchmaschinenoptimierung einer der wichtigsten Faktoren. Es ist der Name des Dokuments und das erste was die Suchmaschine von deiner Seite lernt, hier sollten die Wörter stehen für die Du gefunden werden willst. Der Title im WordPress Default Theme war eine lange Zeit nicht wirklich optimal eingestellt, was jetzt aber behoben wurde und auch insbesondere im neuen Standard Theme Twenty Ten sehr schön gelöst ist.

Der Name deines Artikels sollte im Title-Tag vor dem Namen deines Blogs stehen, da Suchmaschinen den ersten Worte des Titels mehr Bedeutung schenken und es so auch für den Suchenden leichter zu erkennen ist, worum es auf deiner Seite geht. Sollte das in Eurem Theme noch nicht so sein, schlage ich vor es wie im derzeitigen Default Theme zu machen.

<title><?php wp_title('&laquo;', true, 'right'); ?> <?php bloginfo('name'); ?></title>

Wer möchte kann sich seinen Title-Tag aber auch noch differenzierter gestalten, je nach dem in welchem Bereich Deiner Webseite der Besucher sich gerade befindet. Startseite, Kategorien, Archive und beispielsweise die Suchresultate können verschieden angepasste Title-Tags besitzen:

<title><?php
if(is_single() || is_page()) {
  single_post_title(); echo ' | '; bloginfo( 'name' );
} else {

if(is_category() || is_archive()) {
  wp_title(''); echo ' auf '; bloginfo( 'name' );
} else {

if(is_front_page() || is_home()) {
  bloginfo('name'); echo ' | '; bloginfo( 'description' );
} else {

  wp_title(''); echo ' | by creative! ';

} } } ?></title>

Meta-Tags: Keywords & Description

Ebenfalls im Kopf eines HTML Dokuments befinden sich die Meta-Keywords und die Meta-Description. Diese waren früher sehr gut dafür geeignet, bessere Positionen bei den Suchmaschinen zu erlangen. Nachdem diese Methode allerdings, vor über 10 Jahren schon, ausgenutzt wurde, haben beide im Grunde überhaupt keinen Einfluss mehr auf Eure Rankings.

Dennoch sucht Google beispielsweise in eurer Meta-Description, um eine kleine Beschreibung für die Suchresultate zu generieren, findet Google dort nichts, wird meist eine relevante Stelle aus dem normalen Text gewählt. Wollt Ihr diese Elemente ohne Plugins direkt kontrollieren, könnt Ihr die WordPress Tags und das Feld Auszug (Excerpt) benutzen um diese Daten für jede Unterseite einzutragen und im Quellcode wieder auszugeben:

<?php if(is_home()) : ?>
 <meta name="description" content=" <?php bloginfo( 'description' ); ?> ">
<?php else : ?>
 <meta name="description" content=" <?php the_excerpt_rss(); ?> ">
<?php endif; ?>

<meta name="keywords" content="<?php
$posttags = get_the_tags();
if ($posttags) {
foreach($posttags as $tag) {
echo $tag->name . ' ';
}
}
?>">

Das ist eine der simpelste Möglichkeit, Tags und Description dynamisch im Template auszugeben. Auf der Frontpage wird die Blog Description verwendet und auf den Unterseiten die spezifische Beschreibung aus dem Excerpt-Feld. Dieser Eintrag muss, wie der Title in die header.php in den Head Bereich des Dokuments. Die kurze Beschreibung sollte nicht mehr als etwa 160 Zeichen haben, da sie sonst nichts in das kleine Feld unter den Suchresultaten bei Google passt.

URL-Struktur umschreiben

Die von WordPress erzeugten URLs haben normalerweise diese Form: domain.com/?p=126, können aber mittels mod_rewrite beliebig verändert werden. Dazu geht Ihr, im Admin Menü, auf den Bereich Einstellungen, auf die Seite Permalinks und wählt dort die gewünschte URL-Struktur aus. Ich persönlich wähle meist die möglichst einfachste Form aus, in dem ich im Feld Benutzerdefinierte Struktur nur /%postname%/ eingebe, was eine URLs in dieser Form erzeugt: domain.com/artikelname/.

Damit die Änderungen wirksam werden brauchst du die sogenannte .htaccess Datei, die man in der Regel selbst erstellen und hochladen muss. Du nimmst einen einfachen Text bzw. HTML Editor und erstellst eine leere Datei mit dem Namen .htaccess ohne Dateiendung. Auf der Permalink Seite schlägt WordPress Dir den Code für diese Datei vor, den du einfach in deine leere Datei kopierst, abspeicherst und ins WordPress Hauptverzeichnis hochlädst. Hast du das gemacht, kannst du die Änderungen aus dem Permalink Menü übernehmen und gleich schon betrachten. Links auf alte URLs werden von WordPress automatisch weitergeleitet, es gehen keine Besucher oder Google Pagerank verloren.

Semantisch korrekte Überschriften

Suchmaschinen mögen es wenn die HTML Überschriften sinngemäß verwendet werden. In einer vernünftigen Struktur würde die H1 als Überschrift, ganz oben, für den Blog Namen verwendet werden. Die H2 Als Artikel Überschrift, bei gleichbleibender H1 und die H3-H6 als Unterüberschriften, unter der H2 im Text. Google scheint insbesondere H2 und H3 Überschriften zu verwenden, um den Sinn einer Seite zu verstehen.
Viele Theme Designer benutzen beispielsweise aber auch H3 Überschriften in der Sidebar, in denen dann bloß so etwas wie ‘Kategorien’ oder ‘Die neusten Artikel’ steht, anstatt zum Text relevante Wörter. Daher empfehle ich Überschriften nur im Content zu verwenden. Mit CSS können die Titel in der Sidebar auch ohne HTML H1-H6 Überschriften auf die gleiche Größe gebracht werden.

Auch andere, für den Inhalt des Textes, unrelevante HTML Überschriften, wie beispielsweise ‘Einen Kommantar schreiben’ in der comment.php, sollten mit dieser Methode angepasst werden.

Duplicate Content vermeiden

Duplicate Content bedeutet, das ein Inhalt auf einer Webseite unter verschiedenen URLs erreichbar ist. Wenn man auf der Frontpage beispielsweise, ganze Artikel anzeigt, ohne sie durch den more-tag zu kürzen, ist der Inhalt schon doppelt erreichbar, nämlich auf der Artikel URL selbst und auf der Frontpage. Gleichzeitig aber wahrscheinlich auch in allen angegebenen Kategorien, Tags und entsprechenden Unterseiten.

Wenn Google jetzt Deinen Inhalt, zu einer passenden Suchphrase, anzeigen möchte, muss es sich zwischen einer dieser Unterseiten entscheiden. Oft landet der Google Sucher dann auf einer Tag oder Kategorien Seite, wo der passende Beitrag zwischen 10 oder 20 anderen irgendwo versteckt ist, anstatt auf dem Artikel selbst.
Es hilft seine Blogartikel mit dem more-tag beim schreiben sinngemäß zu kürzen, noch effektiver ist es allerdings den Suchmaschinen gleich zu verbieten Kategorien und Tags überhaupt in den Index mit aufzunehmen. So steht der einzelne Artikel nicht mehr in Konkurrenz zu seinen eigenen Duplikaten. Mittels spezieller Anweisungen für die Suchmaschinen Roboter lässt sich das sehr einfach in ein WordPress Theme integrieren:

<?php if(is_category() || is_search() || is_archive() || is_tag()) : ?>
<meta name="robots" content="noindex, follow">
<?php else : ?>
<meta name="robots" content="index, follow">
<?php endif; ?>

Auch dieser Code wird in den Head Bereich eingetragen. Wenn es sich um eine Kategorie, Suchergebnis, Archiv oder Tag-Seite handelt wird noindex, follow ausgegeben. Das bedeutet diese Seite soll nicht in den Suchmaschinenindex gelangen, dennoch aber angesehen, alle Links verfolgt und Linkstärke weitergegeben werden. Alles andere wird wir immer behandelt index, follow ist quasi die Grundeinstellung.

Onpage und Offpage SEO

Mit diesen simplen Veränderungen ist im Grunde jedes WordPress Theme gut ausgestattet und grundlegend konfiguriert um von Suchmaschinen gut gefunden, verstanden und bewertet zu werden. Komplexere Probleme mit Suchmaschinen tauchen erst auf wenn Webseiten es mit hunderten und tausenden verschiedener Inhalten zu tun haben. Für den normalen WordPress Blog reicht das alles hier aus, um mit jeder anderen Seite in den Google Suchergebnissen konkurrieren zu können.

Alles was man auf der eigenen Seite erledigen kann, wird Onpage SEO genannt. Hat Google es bei einer Suchanfrage mit zwei Seiten zu tun, die im Onpage Bereich gleich gut optimiert worden sind und deren Inhalte vielversprechend ausschauen, gewinnt allerdings die Seite, der Google bereits mehr vertraut, was von der Vernetzung im Web abhängig ist. Diese externen Faktoren zu beeinflussen wir Offpage SEO genannt, ist nicht CMS spezifisch und sprengt hier leider den Rahmen. Grundlegend kann man aber sagen, das Du qualitativ hochwertige Links zu deiner Webseite brauchst, um von den Suchmaschinen ernst genommen zu werden. Und der Schlüssel zu guten Links, ist gute Inhalte zu schreiben.

Author:

Arbeitet seit 2006 im Bereich Internet Marketing, Webdesign und Development. Insbesondere mit dem Fokus auf die Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen und Soziale Netzwerke.

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